E-Jugend
Viktors Fußballkarriere beginnt eher ungewöhnlich. Kein „ich hatte schon einen Ball am Fuß seit ich laufen konnte“ prägt seine Kindheit, sondern eine ganz andere Sportart: das Taekwondo. Aus einem sehr sportlichen Elternhaus stammend, nimmt er die Familientradition auf und versucht sich in der koreanischen Kampfsportart. Das auch sehr erfolgreich, denn in den Jahren 2000 und 2001 bringt er es zum Niedersachsenmeister.
Fußball ist bis auf ein paar Pausenkicks an der Schule lange Zeit kein Thema für ihn. Mit 11 Jahren überredet ihn ein Freund, doch mal mit zum Training von Blau-Weiß Schinkel zu kommen, einem Stadtteilverein in Osnabrück.
Kurz darauf sucht der E-Jugend-Trainer des Vereins Viktors Vater auf. Überzeugt von Viktors Talent, überredet er die Eltern zu einem Vereinseintritt. Sein Vater ist noch lange Zeit der Meinung, Viktors Zukunft liege im Taekwondo. Schließlich sind auch seine drei Schwestern in dieser Sportart überaus erfolgreich. Aber Viktor hat seinen Weg begonnen.
Als ihn eine Knieverletzung schließlich zwingt, die Doppelbelastung aufzugeben und sich für eine Sportart zu entscheiden, fällt Viktors Wahl auf den Fußball. Inzwischen ist auch sein Vater von der fußballerischen Leistung Viktors begeistert und unterstützt ihn voll und ganz.
Doch der erlernte Kampfsport kommt ihm auch als Fußballer zugute. Eine körperbetonte Spielweise, Durchsetzungsvermögen und Zweikampfstärke zeichnen Viktor aus. Und: er verfolgt eisern das Ziel, das er erreichen möchte, Rückschläge nimmt er gelassen. Das Wort Aufgeben gibt es für Viktor nicht.
VFL Osnabrück
Viktor spielt knapp 2 Jahre bei Blau-Weiß Schinkel. Der Jugendtrainer des VFL Osnabrück beobachtet ihn schon länger und holt ihn schließlich in den Traditionsverein. Dort wird er mit der U14 Bezirksligameister und belegt mit der U15 in der Landesliga den 3. Platz. Als 16-Jähriger wird er von Osnabrück bereits in der A-Jugend-Bundesliga eingesetzt. Der Traum, Fußball-Profi zu werden, nimmt das erste Mal Gestalt an.
Die Saison 2006/2007 bringt dann aufregende Veränderungen. Ralf Balzis, 3 Jahre lang Trainer in Osnabrück und mittlerweile Talentscout beim HSV, sucht den Kontakt zu Viktor. Auch andere Bundesligamannschaften, wie Schalke 04 und Bayern München, zeigen an ihm Interesse. Bei den Bayern absolviert er ein viertägiges Probetraining. Die Wahl fällt trotzdem auf Hamburg, weil dort „einfach alles passt“, wie Viktor erzählt. „Der HSV ist ein super Verein. Ich habe einen interessanten Ausbildungsplatz angeboten bekommen und kann mir dort neben meiner Fußballkarriere ein zweites Standbein aufbauen. Außerdem das Zimmer im HSV-Internat und die Nähe zu meiner Familie. Für mich war es gar keine Frage, dass ich zum HSV gehe.“

